Ralf Otterpohl

Ich möchte Beispiele für eine Welt zeigen, wie ich sie mir für mich, meine Kinder und alle Nachkommen wünsche! Nach über 15 Jahren Forschung zu ländlicher Entwicklung kann ich inzwischen sagen, dass alles für ein Leben in Wohlstand für alle da ist. Es braucht aber sehr viele Menschen, die an besonders lebenswerten Welten mitwirken. Alles ist lernbar, wenn viele Menschen sich zusammen tun – das heißt aber auch, anzupacken und etwas aufzubauen. Die Stadt allein hat keine Zukunft! Ein zukunftstauglicher Bauernhof besteht aus vielleicht hundert Minifarmen, dem Neuen Dorf. Teilzeit-Gärtner produzieren mit interessanter Nachbarschaft hochwertige Lebensmittel und bauen Humus auf. Sie haben vielfältigen Tätigkeiten, ein gutes Auskommen – sie sind unabhängig und selbstbestimmt.

Humus, lebendiger Boden, ist unsere Lebensgrundlage. Der Erhalt erfordert Millionen von Menschen. Humusaufbau sorgt für hohe Produktivität, sichert die Wasserversorgung und ein ausgeglichenes Klima. Hunderte Nutzpflanzen mit Waldgärten stärken sich gegenseitig. Die vielfältigen Kleinbetriebe der Neuen Dörfer versorgen auch die Stadt, typischerweise haben die meisten Menschen neben der eigenen Minifarm einen Anteil an einem Betrieb der Weiterverarbeitung, der Herstellung von Haushaltschemikalien, einer Tischlerei oder an einem Betreib zur Herstellung von Elektrogeräten- und Fahrzeugen. Da es mindestens 150 Bewohner gibt, ist auch Bedarf für Lehrer, Heilberufe, Vertrieb, Transport und viele weitere Dienstleistungen. Kultur wird aktiv betrieben, die Bühne ist zugänglich. Kinder wachsen in und mit der Natur auf. Ältere werden bei Bedarf im Haus versorgt.

Univ. Prof. Dr. Ralf Otterpohl leitet ein Institut an der Technischen Universität Hamburg. Durch die Forschung zu Terra Preta Sanitation konnten Wege zur effizienten Humusproduktion aufgezeigt werden. Seit etwa fünfzehn Jahren lehrt er für Studierende aus aller Welt Ländliche Entwicklung. Ralf Otterpohl hat zwei Töchter, lernte Maurer, Siedlungswasserwirtschaft, Geomantie und Psycho-Kinesiologie. Er bewirtschaftet einen Permakultur-Garten mit Wald, verbreitet Walnussbäume und Esskastanien. Im Sommer segelt er gern auf der Elbe und im Winter geht er mit seinen Töchtern zum Ski ins Allgäu.

das Projekt Gartenring